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Bruno Kuhlmann

das zwiebelsystem der malerei

das zwiebelsystem der malerei
Bruno Kuhlmann

Malerei, Papierarbeiten & Videos

Die Ausstellung wird geöffnet ab Donnerstag, 12.11.2020 14-20h
Die Ausstellung läuft bis 23.12.2020.

Sonderöffnungen an den Sonntagen vor Weihnachten
6.12./13.12./20.12., 12-18h
und
Mo, 21.12. / Di, 22.12. / Mi 23.12. 14-20h

Der Einlaß in die Galerieräume ist aufgrund der Corona-Regeln limitiert
und nur mit einem Mund-/Nasenschutz erlaubt. Danke für Ihr Verständnis!

Interview mit dem Künstler Bruno Kuhlmann von Dr. Olena Balun, Kunsthistorikerin
=> YouTube Video Bruno Olena

Die dritte Ausstellung des Münchner Malers Bruno Kuhlmann in der Galerie Artoxin stellt seine aktuellen Arbeiten der letzten Monate vor. Ausnahmsweise findet sich hier keine weitere Auseinandersetzung mit dem alles beherrschenden Thema der heutigen Zeit, vielmehr führt der Künstler seine Gedanken fort, die sich um die Aktualität des Malens drehen.
Bruno Kuhlmann inszeniert Malereien, die dem Betrachter abstrakte Räume und Landschaften mit Inventar anbieten. Er zeigt bemalte kleine skizzenhafte Papierreste, die das Auge zum eigenen Sehen herausfordern und flechtet kleine Videoprojektionen ein, die durch Aneinanderreihung als Stop-Motion oder in Überblendung das Bild zum Laufen animieren. Das klassische Figur-Grund Thema scheint offensichtlich: abstrakte Formen treten auf vor einer surrealen Bühne, hier wird buchstabiert. Jedes der Gemälde präsentiert einzelne Formen, abstrakt und doch mit einer Bedeutung.
Die Titel verweisen explizit darauf. Auch ein Videoloop nennt sich „sPOngE boB's alPHAbet“.
Bruno Kuhlmann hat sich bereits vor einer Weile die Frage gestellt: „Ist es möglich, heutzutage eine Moderne des 21. Jahrhundert aus der Taufe zu heben? Und was würde das bedeuten?“ In diesem Sinne begann er Bilder zunächst digital zu skizzieren und dann zu malen, die programmatisch eine Form, vergleichbar einem Initial, in Szene setzten. Sie möchten eine Analogie zu dem Vokabular herstellen, das ein Kandinksky mit seinem Werk „Punkt und Linie zur Fläche“ entwickelt hat. Die Papierarbeiten scheinen hier wie das Material, das der Künstler dem Betrachter als lockeres und lockerndes Spiel mit seiner Wahrnehmung anbietet.
Und warum nennt der Künstler diese Ausstellung nun ‚das Zwiebelsystem‘ und nicht ‚das Alphabet‘? Das Eine ist buchstäblich, das Andere vereint die Vielzahl von Bedeutungsebenen. In der Ausstellung weist eine Tapete, die das Format eines Bildes aufgreift, auf dieses Prinzip hin, mit einer golden glänzenden Zwiebelschale im Rapport. Ein Videoloop zeigt hektisches immerwährendes Zwiebelschneiden. Wie ein Bild sich in unendlichen Schichten aufbaut, so geschieht es auch im Allgemeinen mit der Wahrnehmung, hinter der einen Bedeutung tun sich unendlich viele weitere auf. Und das Bild entsteht im Auge des Betrachters. Das Zerlegen und Offenlegen der Schichten wird ihm oft nicht gerecht und hinterlässt nur Schalen, lässt das Auge leicht tränen.